Wohnmobil Lackpflege leicht gemacht
Dein Wohnmobil ist nicht nur dein mobiles Zuhause, sondern auch eine Visitenkarte auf Rädern. Ein gepflegter Lack strahlt nicht nur, er schützt auch die Karosserie vor Witterungseinflüssen und verlängert die Lebensdauer deines treuen Reisebegleiters erheblich. In diesem Artikel erfährst du alles über die richtige Lackpflege am Wohnmobil – von der Grundreinigung bis zur professionellen Versiegelung.
Warum regelmäßige Lackpflege beim Wohnmobil unverzichtbar ist
Wohnmobile sind besonderen Belastungen ausgesetzt: UV-Strahlung, Insektenreste, Vogelkot, Baumharze und Straßensalz greifen den Lack kontinuierlich an. Anders als PKWs stehen sie oft lange in der Sonne oder werden in feuchten Regionen genutzt, was die Beanspruchung noch verstärkt. Eine vernachlässigte Lackpflege kann zu irreversiblen Schäden führen, die nicht nur optisch stören, sondern auch den Wert deines Wohnmobils mindern.
Besonders bei weißen Wohnmobilen, die den Großteil der Campingfahrzeuge ausmachen, zeigen sich Verschmutzungen und Verwitterungserscheinungen schnell. Regelmäßige Pflege verhindert, dass sich hartnäckige Ablagerungen festsetzen und der Lack mit der Zeit matt und porös wird. Zudem ist ein gut gepflegter Lack aerodynamischer, was sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch auswirken kann.
Die richtige Vorbereitung für die Wohnmobil Lackpflege
Bevor du mit der eigentlichen Lackpflege beginnst, ist eine gründliche Vorreinigung unerlässlich. Parke dein Wohnmobil an einem schattigen Platz oder wähle einen bewölkten Tag – direkte Sonneneinstrahlung lässt Reinigungsmittel zu schnell antrocknen und kann zu unschönen Flecken führen.
Beginne mit einer Vorwäsche, um groben Schmutz zu entfernen. Verwende dafür einen Hochdruckreiniger mit geringem Druck oder einen sanften Wasserstrahl. Achte darauf, nicht zu nah an Dichtungen oder empfindliche Anbauteile zu gehen.
Für die Hauptwäsche empfiehlt sich ein spezielles Autoshampoo, das den Lack schont und gleichzeitig effektiv reinigt. Arbeite immer von oben nach unten und spüle regelmäßig deinen Waschhandschuh oder Schwamm aus, um Kratzer durch Schmutzpartikel zu vermeiden. Verzichte unbedingt auf herkömmliche Haushaltsreiniger, da diese den Schutzfilm des Lacks angreifen können.
Nach dem Waschen ist gründliches Abtrocknen wichtig, um Wasserflecken zu vermeiden. Mikrofasertücher sind hierfür ideal, da sie schonend und effektiv Feuchtigkeit aufnehmen. Alternativ kannst du auch einen Wasserschieber aus Silikon verwenden, der besonders bei großen Flächen Zeit spart.
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Lackzustand beurteilen: Der entscheidende Schritt vor der Pflege
Nach der gründlichen Reinigung solltest du den Zustand des Lacks genau unter die Lupe nehmen. Bei Tageslicht oder mit einer guten Lampe kannst du Kratzer, matte Stellen oder Oxidationen am besten erkennen.
Führe den einfachen „Wasserperlentest“ durch: Sprühe etwas Wasser auf die Oberfläche – bilden sich gleichmäßige Perlen, ist der Lackschutz noch intakt. Verläuft das Wasser oder bildet unregelmäßige Tropfen, ist eine intensivere Behandlung nötig.
Kleine Kratzer, die nur den Klarlack betreffen (du spürst sie nicht mit dem Fingernagel), können meist durch Politur beseitigt werden. Tiefere Kratzer hingegen erfordern professionelle Ausbesserung oder den Einsatz spezieller Lackreparatursysteme.
Professionelle Wohnmobil Lackpflege in drei Schritten
Die eigentliche Lackpflege erfolgt in drei aufeinander aufbauenden Schritten: Reinigung der Oberfläche, Politur zur Auffrischung und schließlich Versiegelung zum langfristigen Schutz.
Schritt 1: Tiefenreinigung mit Lackreiniger oder Clay-Bar
Selbst nach einer gründlichen Wäsche können hartnäckige Verschmutzungen wie Teer, Insektenreste oder eingebrannter Industriestaub auf dem Lack verbleiben. Ein spezieller Lackreiniger löst diese Rückstände schonend und bereitet den Lack optimal auf die weitere Behandlung vor.
Noch effektiver ist die Reinigung mit einer Clay-Bar (Reinigungsknete). Diese entfernt selbst mikroskopisch kleine Verunreinigungen, die sich in den Poren des Lacks festgesetzt haben. Nach der Anwendung fühlt sich die Oberfläche spürbar glatter an – wie frisch lackiert. Sprühe etwas Gleitmittel auf einen kleinen Bereich und gleite mit der Clay-Bar unter leichtem Druck darüber. Falte die Knete regelmäßig, um mit einer sauberen Oberfläche zu arbeiten.
Bei der Arbeit mit dem Dachreiniger für dein Wohnmobil solltest du besonders vorsichtig sein. Die oberen Bereiche deines Fahrzeugs sind oft stärker von UV-Strahlung betroffen und dadurch empfindlicher. Hier ist eine regelmäßige Pflege besonders wichtig.
Schritt 2: Glanz zurückbringen durch Politur
Ist der Lack matt geworden oder zeigt er feine Kratzer, kommt die Politur zum Einsatz. Sie trägt mikroskopisch dünne Lackschichten ab und sorgt für eine ebene, glänzende Oberfläche. Wähle je nach Lackzustand die passende Politur:
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Feine Polituren eignen sich für leichte Mattierungen und oberflächliche Kratzer. Sie sind auch für regelmäßige Anwendung geeignet.
Mittlere bis starke Polituren sollten nur bei deutlichen Verwitterungserscheinungen oder hartnäckigen Kratzern verwendet werden, da sie mehr Material abtragen.
Die Anwendung erfolgt am besten mit einer Poliermaschine, die gleichmäßige Ergebnisse liefert und Kraftaufwand spart. Für Einsteiger empfehlen sich Exzenterpoliermaschinen, die einfach zu handhaben sind und kaum Gefahr von Hologrammen oder Schleifspuren bergen. Arbeite immer abschnittsweise und mit wenig Druck. Zu viel Druck führt nicht zu besseren Ergebnissen, sondern kann den Lack schädigen.
Nach dem Polieren ist der Lack zwar glänzend, aber ungeschützt, da die schützende Wachsschicht entfernt wurde. Deshalb ist der nächste Schritt besonders wichtig.
Schritt 3: Langfristigen Schutz durch Versiegelung sichern
Die Versiegelung bildet eine Schutzschicht gegen Umwelteinflüsse und erleichtert künftige Reinigungen erheblich. Je nach gewünschter Haltbarkeit und Aufwand stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
Wachs bietet guten Schutz für etwa 2-3 Monate und ist einfach anzuwenden. Naturwachse verleihen dem Lack eine besondere Tiefe und Wärme, während synthetische Wachse langlebiger sind.
Polymer-Versiegelungen halten 4-6 Monate und bieten besseren Schutz als Wachs. Sie sind etwas teurer, aber die längere Haltbarkeit macht dies oft wett.
Die Königsklasse bilden Keramik-Versiegelungen, die bis zu 24 Monate halten können. Sie bilden eine extrem harte Schutzschicht, die Wasser und Schmutz abweist und den Lack vor UV-Strahlung schützt. Die Anwendung ist anspruchsvoller und sollte bei großen Fahrzeugen wie Wohnmobilen eventuell einem Profi überlassen werden.
Egal für welche Versiegelungsmethode du dich entscheidest: Folge genau den Herstellerangaben und arbeite in einer staubfreien Umgebung. Das Auftragen erfolgt meist mit einem Applikatorschwamm in kreisenden oder geraden Bewegungen, gefolgt vom Auspolieren nach kurzer Antrocknung.
Besonderheiten bei der Lackpflege verschiedener Wohnmobiltypen
Nicht alle Wohnmobile sind gleich – und das gilt auch für die Anforderungen an die Lackpflege. Besonders die Materialunterschiede zwischen Teilintegrierten, Vollintegrierten und Alkoven-Modellen spielen eine wichtige Rolle.
Ganzjahres-Camper sind besonderen Belastungen ausgesetzt und benötigen intensive Pflege. Hier empfiehlt sich eine halbjährliche Grundreinigung mit Politur und Versiegelung, idealerweise vor und nach der Wintersaison.
Bei Wohnmobilen mit GFK-Aufbau (glasfaserverstärkter Kunststoff) kann es zu Vergilbungen kommen. Hier helfen spezielle GFK-Reiniger und UV-Schutzversiegelungen. GFK ist empfindlicher gegenüber starken Poliermitteln, daher solltest du hier besonders vorsichtig vorgehen.
Ältere Modelle mit oxidiertem Lack brauchen meist eine intensivere Behandlung. Hier kann ein mehrstufiges Polierverfahren mit abnehmender Körnungsstärke notwendig sein, um den Glanz wiederherzustellen.
Denke auch daran, die Luftqualität im Innenraum deines Wohnmobils zu pflegen. Ein frisch gereinigter Außenbereich verdient auch einen sauberen, angenehmen Innenraum.
Regelmäßige Pflege für dauerhafte Schönheit deines Wohnmobils
Die beste Lackpflege ist die regelmäßige Pflege. Entwickle eine Routine, die dein Wohnmobil vor Schäden bewahrt und aufwendige Reparaturen vermeidet:
Nach jeder längeren Reise: Gründliche Wäsche, besonders wenn du in salzhaltiger Luft (Küstenregionen) oder staubigen Gebieten unterwegs warst.
Vierteljährlich: Überprüfung des Versiegelungszustands und gegebenenfalls Auffrischung. Der Wasserperlentest gibt dir Auskunft.
Halbjährlich: Intensivere Reinigung inklusive Politur bei Bedarf und Neuversiegelung.
Bei Standzeiten: Abdeckplane verwenden oder in einer Halle unterstellen. Wenn das nicht möglich ist, zumindest regelmäßig den Staub entfernen und auf Vogelkot oder Baumharz achten, das schnell entfernt werden sollte.
Mit dem richtigen Wohnmobil Lackpflegeset und etwas Übung wird die regelmäßige Pflege zur Routine, die nicht nur Freude bereitet, sondern auch den Wert deines Fahrzeugs erhält. Investiere lieber regelmäßig ein paar Stunden in die Pflege, als später teure Lackschäden beheben zu müssen.
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Fazit: Langfristige Freude durch richtige Wohnmobil Lackpflege
Eine sorgfältige Lackpflege am Wohnmobil ist keine lästige Pflicht, sondern eine Investition in den Werterhalt deines Fahrzeugs. Mit den richtigen Produkten und Techniken kannst du selbst für einen strahlenden Auftritt sorgen und gleichzeitig die Substanz deines rollenden Zuhauses schützen.
Ob du nun ein Einsteiger bist, der gerade sein erstes Wohnmobil erworben hat, oder ein erfahrener Camper – regelmäßige Pflege zahlt sich aus. Dein Wohnmobil wird es dir mit dauerhaftem Glanz und einer längeren Lebensdauer danken. Und nicht zuletzt: Ein gepflegtes Fahrzeug macht auf jedem Stellplatz eine gute Figur und sorgt für Anerkennung unter Gleichgesinnten.
+ Wie oft sollte ich meinen Wohnmobil-Lack pflegen und versiegeln?
Die Häufigkeit der Lackpflege hängt von der Nutzung und den Witterungsbedingungen ab. Als Faustregel gilt: Nach jeder längeren Reise solltest du eine gründliche Wäsche mit Autoshampoo durchführen. Vierteljährlich empfiehlt sich eine Überprüfung der Versiegelung mit dem Wasserperlentest.
Das optimale Pflegeprogramm:
- Vierteljährlich: Kontrolle und Auffrischung mit Wachs oder Polymer-Versiegelung (Haltbarkeit 2-6 Monate)
- Halbjährlich: Intensive Reinigung mit Lackreiniger, bei Bedarf Politur und Neuversiegelung
- Bei Ganzjahresnutzung: Vor und nach dem Winter eine Komplettbehandlung
Wenn du auf maximalen Langzeitschutz setzt, lohnt sich eine Keramik-Versiegelung, die bis zu 24 Monate hält. Entferne Vogelkot und Baumharz aber immer sofort, da diese den Lack angreifen – dafür eignet sich ein Insekten- und Harzentferner.
+ Was brauche ich für die Wohnmobil Lackpflege – welche Produkte sind wirklich notwendig?
Für eine professionelle Wohnmobil-Lackpflege benötigst du eine Grundausstattung, die dich etwa 100-150 Euro kostet, aber jahrelang hält. Die Investition lohnt sich, denn sie verhindert teure Lackschäden.
Die essenziellen Produkte:
Optional, aber sehr hilfreich: Eine Exzenter-Poliermaschine, die bei großen Wohnmobilflächen Zeit und Kraft spart. Viele Hersteller bieten auch praktische Lackpflege-Sets, die alle wichtigen Produkte enthalten.
+ Welche Politur ist die richtige für mein Wohnmobil – fein, mittel oder stark?
Die Wahl der richtigen Politur hängt vom Zustand deines Lacks ab. Als einfacher Test: Fahre mit der Hand über den frisch gewaschenen Lack – fühlt er sich glatt an und glänzt, reicht eine Feinpolitur. Ist er matt oder rau, brauchst du mehr Schleifkraft.
Die richtige Politur-Wahl:
- Feinpolitur: Für regelmäßige Pflege, leichte Mattierungen und oberflächliche Kratzer. Ideal für Wohnmobile unter 5 Jahren mit gut gepflegtem Lack. Eine Hochglanzpolitur gibt den letzten Schliff.
- Mittlere Politur: Bei sichtbaren Verwitterungen, feinen Kratzern und nachlassendem Glanz. Perfekt für Fahrzeuge ab 5 Jahren oder nach längerer Standzeit ohne Pflege.
- Schleifpolitur (stark): Nur bei stark oxidiertem, mattem Lack oder tiefen Kratzern. Vorsicht bei GFK-Aufbauten – hier lieber eine spezielle GFK-Politur verwenden.
Für Einsteiger empfehle ich eine All-in-One-Politur, die reinigt, poliert und versiegelt in einem Arbeitsgang. Am besten trägst du die Politur mit einer Exzenter-Poliermaschine auf – das verhindert Hologramme und liefert gleichmäßige Ergebnisse.
+ Was ist besser für mein Wohnmobil – Wachs, Polymer-Versiegelung oder Keramik-Versiegelung?
Alle drei Versiegelungsarten schützen deinen Lack, unterscheiden sich aber in Haltbarkeit, Preis und Aufwand erheblich. Die Entscheidung hängt von deinem Nutzungsverhalten und Budget ab.
Wachs (Carnaubawachs): Hält 2-3 Monate, kostet etwa 15-30 Euro und ist einfach aufzutragen. Carnaubawachs verleiht dem Lack eine warme Tiefe und ist ideal, wenn du gerne häufig pflegst. Perfekt für Saisonnutzer, die vor und nach der Saison versiegeln möchten.
Polymer-Versiegelung: Hält 4-6 Monate, kostet 25-50 Euro und bietet besseren Schutz gegen UV-Strahlung und Umwelteinflüsse. Polymer-Versiegelungen sind für die meisten Wohnmobilbesitzer der beste Kompromiss aus Preis, Leistung und Pflegeaufwand.
Keramik-Versiegelung: Hält bis zu 24 Monate, kostet 50-150 Euro (DIY) bzw. 500-1000 Euro (professionell). Keramik-Versiegelungen bilden eine extrem harte Schutzschicht und sind ideal für Ganzjahres-Camper. Die Anwendung erfordert aber Erfahrung und perfekt vorbereiteten Lack.
Mein Tipp: Für normale Nutzung starte mit einer Sprühversiegelung als Zwischenpflege – schnell aufgetragen nach jeder Wäsche.
+ Wie entferne ich hartnäckige Insektenreste und Vogelkot vom Wohnmobil-Lack?
Insektenreste und Vogelkot sind nicht nur unschön, sondern auch aggressiv – sie enthalten Säuren, die den Lack binnen Stunden anätzen können. Wichtig: Niemals trocken abreiben! Das führt zu Kratzern, da die Partikel wie Schmirgelpapier wirken.
Die richtige Vorgehensweise:
- Sofortmaßnahme: Vogelkot immer sofort entfernen! Weiche ihn mit viel Wasser oder einem feuchten Mikrofasertuch ein (5-10 Minuten), dann vorsichtig abnehmen.
- Insektenreste: Sprühe einen speziellen Insektenentferner auf und lasse ihn 3-5 Minuten einwirken. Anschließend mit einem weichen Schwamm oder Insektenschwamm sanft abwischen.
- Hartnäckige Fälle: Bei eingebrannten Resten hilft eine Clay-Bar mit reichlich Gleitmittel – sie entfernt selbst festsitzende Verschmutzungen rückstandslos.
Nach längeren Autobahnfahrten empfiehlt sich ein Insektenschutz-Netz für die Front. Nach der Reinigung trage eine frische Schicht Versiegelung auf – dann perlen Insekten und Kot beim nächsten Mal leichter ab.
+ Welche Poliermaschine eignet sich am besten für Wohnmobile – Exzenter oder Rotationsmaschine?
Für Wohnmobile und Einsteiger ist eine Exzenter-Poliermaschine (auch Dual Action oder DA genannt) die beste Wahl. Sie kombiniert eine rotierende und oszillierende Bewegung, wodurch sie sehr verzeihend ist und kaum Hologramme oder Schleifspuren erzeugt – selbst bei falscher Anwendung.
Vorteile der Exzenter-Poliermaschine:
- Anfängerfreundlich und sicher
- Kein „Durchpolieren“ durch zu viel Druck möglich
- Gleichmäßige Ergebnisse auf großen Flächen wie Wohnmobilen
- Geringere Erwärmung des Lacks
- Preis: Ab 80 Euro für solide Einsteigermodelle
Rotationsmaschinen sind deutlich aggressiver und erfordern viel Erfahrung. Sie werden von Profis verwendet, können aber bei falscher Handhabung den Lack beschädigen. Für Wohnmobile mit ihrer großen Oberfläche ist die Verletzungsgefahr höher.
Achte beim Kauf auf mindestens 600 Watt Leistung und einen ergonomischen Griff – das Polieren eines Wohnmobils dauert mehrere Stunden. Kombiniere die Maschine mit passenden Polierpads in verschiedenen Härtegraden und hochwertiger Politur. Viele Hersteller bieten praktische Poliermaschinen-Sets mit allem Zubehör.
+ Was ist eine Clay-Bar und wann sollte ich sie beim Wohnmobil verwenden?
Eine Clay-Bar (Reinigungsknete) ist ein spezieller Kunststoff, der mikroskopisch kleine Verschmutzungen aus den Poren des Lacks zieht – Partikel, die normale Wäsche nicht entfernen kann. Nach der Anwendung fühlt sich der Lack spürbar glatter an, als wäre er frisch lackiert.
Wann brauchst du eine Clay-Bar?
- Wenn der Lack sich rau anfühlt, obwohl er gewaschen ist
- Bei eingebranntem Industriestaub, Flugrost oder Teerspritzern
- Vor jeder Politur – nur auf perfekt gereinigtem Lack entfaltet die Politur ihre volle Wirkung
- Mindestens 1-2 Mal jährlich bei regelmäßiger Nutzung
- Vor dem Auftragen einer Keramik-Versiegelung (zwingend erforderlich!)
Richtige Anwendung: Sprühe ein Gleitmittel (oder stark verdünntes Autoshampoo) großzügig auf eine kleine Fläche. Gleite mit der abgeflachten Knete unter leichtem Druck in geraden Bewegungen darüber. Falte die Knete regelmäßig, damit du immer mit einer sauberen Oberfläche arbeitest. Ein Clay-Bar-Set mit Gleitmittel und mehreren Kneten kostet etwa 15-25 Euro und reicht für mehrere Anwendungen. Nach der Knete-Behandlung ist eine neue Versiegelung notwendig, da die Schutzschicht entfernt wurde.
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+ Wie pflege ich den Lack meines Wohnmobils bei Langzeitstandzeiten im Winter?
Langzeitstandzeiten im Winter sind besonders kritisch für den Lack deines Wohnmobils. Kälte, Feuchtigkeit und UV-Strahlung setzen der Oberfläche zu, während das Fahrzeug steht und nicht bewegt wird. Die richtige Vorbereitung ist entscheidend.
Optimale Wintervorbereitung:
- Gründliche Reinigung: Wasche das Wohnmobil mit Autoshampoo, entferne alle Salzrückstände und organischen Verschmutzungen vollständig
- Politur: Bei mattem Lack eine Politur auftragen, um kleine Schäden zu beseitigen
- Langzeit-Versiegelung: Trage eine hochwertige Polymer-Versiegelung oder Hartwachs auf – mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke
- Abdeckung: Ideal ist eine atmungsaktive Abdeckplane, die vor UV-Strahlung schützt, aber Feuchtigkeit entweichen lässt
Wenn keine Halle verfügbar ist, schützt eine Wohnmobil-Schutzhülle zumindest das Dach und die Front. Kontrolliere monatlich, ob sich unter der Plane Feuchtigkeit sammelt. Im Frühjahr: Gründliche Wäsche, Überprüfung der Versiegelung mit dem Wasserperlentest und bei Bedarf Auffrischung mit Sprühversiegelung.
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+ Kann ich normale Haushaltsreiniger zur Wohnmobil-Lackpflege verwenden?
Nein, auf keinen Fall! Haushaltsreiniger wie Spülmittel, Allzweckreiniger oder gar Scheuermilch sind für Autolacke absolut ungeeignet und können erhebliche Schäden verursachen. Sie enthalten aggressive Tenside und Chemikalien, die den Klarlack angreifen und die Schutzschicht zerstören.
Warum Haushaltsreiniger schädlich sind:
- Sie entfetten zu stark und zerstören Wachsschichten und Versiegelungen
- Der pH-Wert ist oft nicht lackneutral und greift die Oberfläche an
- Sie können Kunststoffteile, Gummidichtungen und Fenster beschädigen
- Langfristig wird der Lack porös, matt und anfällig für Verwitterung
Die richtigen Produkte: Verwende ausschließlich pH-neutrales Autoshampoo, das speziell für Fahrzeuglacke entwickelt wurde. Diese Produkte kosten zwischen 10-20 Euro pro Liter, sind hoch konzentriert und reichen für viele Wäschen. Für hartnäckige Verschmutzungen nutze spezielle Insektenentferner oder Teerentferner.
Auch bei der Innenreinigung gilt: Verwende spezielle Kunststoffreiniger für Armaturen statt Küchenreiniger. Die Investition schützt dein Wohnmobil und erhält seinen Wert.
+ Wie erkenne ich, ob mein Wohnmobil-Lack noch eine intakte Versiegelung hat?
Der einfachste und zuverlässigste Test ist der Wasserperlentest, den du nach jeder Wäsche durchführen kannst. Er zeigt dir sofort, ob deine Versiegelung noch funktioniert oder erneuert werden muss.
So funktioniert der Wasserperlentest:
- Wasche dein Wohnmobil gründlich mit Autoshampoo und trockne es ab
- Sprühe etwas Wasser auf verschiedene Stellen der Karosserie
- Beobachte das Verhalten des Wassers
Interpretation der Ergebnisse:
- Perfekt: Das Wasser bildet kleine, gleichmäßige Perlen, die vom Lack abperlen – Versiegelung intakt
- Grenzwertig: Das Wasser bildet größere, unregelmäßige Tropfen – Versiegelung lässt nach, Sprühversiegelung als Auffrischung empfohlen
- Kritisch: Das Wasser verläuft in Bahnen oder bildet kaum Tropfen – keine Schutzschicht mehr vorhanden, sofortige Neuversiegelung nötig
Zusätzlich kannst du die Oberfläche mit der Hand abtasten: Fühlt sich der Lack glatt wie Glas an, ist die Versiegelung intakt. Raue Stellen deuten auf eingebrannte Verschmutzungen hin – hier hilft eine Clay-Bar. Nach der Reinigung solltest du eine neue Schicht Wachs oder Polymer-Versiegelung auftragen.
+ Was muss ich bei der Lackpflege von GFK-Wohnmobilen beachten?
GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) wird besonders bei Aufbauten von Wohnmobilen verwendet und benötigt spezielle Pflege, da das Material anders reagiert als herkömmlicher Autolack. GFK ist anfälliger für Vergilbungen, Oxidation und UV-Schäden, besonders bei weißen Oberflächen.
Besonderheiten bei GFK-Pflege:
Pflegeintervalle für GFK: Reinige und versiegle mindestens vierteljährlich, da GFK schneller altert als Autolack. Bei Standzeiten verwende unbedingt eine atmungsaktive Abdeckplane. Manche Hersteller bieten praktische GFK-Pflegesets, die alle benötigten Produkte enthalten.