Unterboden-Stauraum selbst bauen
Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, kennt das Problem: Campingstühle, Markisenheringe, Werkzeug, Gasschläuche und Outdoor-Ausrüstung – all das braucht einen festen Platz, ohne den Innenraum zu überfüllen. Die Lösung liegt oft buchstäblich unter den Füßen. Der Wohnmobil Unterboden Stauraum ist eine der effektivsten Möglichkeiten, ungenutztes Volumen im Fahrzeug zu erschließen. Wer diesen Bereich geschickt ausbaut, gewinnt nicht nur erheblich mehr Platz, sondern hält auch den Innenraum ordentlich und wohnlich. In diesem Artikel zeigen wir Dir, wie Du den Unterboden-Stauraum im Wohnmobil selbst bauen kannst – von der Planung bis zur fertigen Stauklappe.
Warum Unterboden-Stauraum im Wohnmobil so wertvoll ist
Moderne Wohnmobile verfügen zwar oft über werkseitige Stauklappen im Heckbereich, doch gerade ältere Fahrzeuge oder Kastenwagen-Ausbauten lassen dieses Potenzial häufig vollständig ungenutzt. Dabei bietet der Bereich unterhalb des Wohnraums – also zwischen dem Fahrzeugboden und der Außenhülle – oft ein Volumen von mehreren Hundert Litern. Dieser Raum eignet sich hervorragend für sperrige oder schwere Gegenstände, die im Innenraum stören würden. Gleichzeitig verbessert eine tiefe Lagerung die Gewichtsverteilung im Fahrzeug, was sich positiv auf das Fahrverhalten auswirkt.
Besonders bei Selbstausbau-Projekten auf Basis von Transportern wie dem Ford Transit, VW Crafter oder Mercedes Sprinter ist der Unterboden-Stauraum ein echter Geheimtipp. Wer schon unseren Artikel zu cleveren Raumwundern für Camper gelesen hat, weiß, wie wichtig es ist, jeden Zentimeter im Fahrzeug sinnvoll zu nutzen. Der Unterboden bietet dafür ideale Voraussetzungen.
Planung: Das musst Du vor dem Bau beachten
Bevor Du mit dem eigentlichen Bau beginnst, steht die gründliche Planung an erster Stelle. Zunächst solltest Du prüfen, welcher Bereich unter Deinem Wohnmobil überhaupt zugänglich und nutzbar ist. Achte dabei auf Leitungen, Tanks, den Auspuff und tragende Fahrzeugstrukturen – diese dürfen selbstverständlich nicht beeinträchtigt werden. Fotografiere den Bereich von unten und nimm genaue Maße auf.
Wichtig ist außerdem die Frage der Abdichtung. Der Wohnmobil Unterboden Stauraum ist Spritzwasser, Schmutz und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Die verwendeten Materialien müssen daher entsprechend widerstandsfähig sein. Siebdruckplatten haben sich im Fahrzeugbau bewährt, da sie wasserabweisend, robust und dennoch relativ leicht sind. Alternativ eignet sich auch Multiplexplatte in einer Stärke von 12 bis 18 Millimetern.
Plane außerdem die Art der Öffnung sorgfältig. Hier hast Du grundsätzlich zwei Möglichkeiten: eine von außen zugängliche Seitenklappe oder eine von innen zugängliche Luke im Boden des Wohnraums. Für schwere und sperrige Gegenstände empfiehlt sich die Außenklappe, da sie einen bequemeren Zugang ermöglicht. Für Dinge, die man häufiger braucht, kann eine Innenluke praktischer sein.
Materialien und Werkzeug für den Unterboden-Stauraum
Für den Bau eines stabilen und langlebigen Unterboden-Stauraums im Wohnmobil benötigst Du neben den bereits genannten Holzplatten noch eine Reihe weiterer Materialien. Klavierbandscharniere aus Edelstahl sind für die Klappen ideal, da sie die Last gleichmäßig verteilen und auch dauerhafter Feuchtigkeit standhalten. Für den Verschluss der Klappe eignen sich Drehriegelschlösser oder Klappverschlüsse, die auch bei Fahrterschütterungen zuverlässig geschlossen bleiben.
Damit kein Wasser in den Stauraum eindringt, solltest Du die Klappe umlaufend mit einem EPDM-Dichtungsband ausstatten. Der Innenraum des Staubereichs sollte zudem mit einem Unterbodenschutz oder einer Grundierung versiegelt werden, um Feuchtigkeit und Rost dauerhaft fernzuhalten. Für die Innenverkleidung empfehlen sich leichte Antirutschmatten, die das Ladegut sichern und den Boden schützen.
Schritt für Schritt: Den Unterboden-Stauraum selbst bauen
Sobald Planung und Material abgeschlossen sind, geht es an die Umsetzung. Beginne damit, den Bereich unter dem Fahrzeug gründlich zu reinigen und von Rost zu befreien. Behandle Roststellen mit einem Rostumwandler, bevor Du mit dem Einbau beginnst.
Schritt 1 – Rahmen konstruieren: Baue zunächst einen stabilen Rahmen aus Winkelstahl oder Holzleisten, der als Träger für Boden und Decke des Stauraums dient. Dieser Rahmen wird an der Fahrzeugstruktur verschraubt – niemals geschweißt, wenn Du kein erfahrener Schweißer bist.
Schritt 2 – Boden und Wände einsetzen: Schneide die Siebdruckplatten passgenau zu und schraube sie in den Rahmen ein. Alle Schnittkanten sollten mit wasserfestem Klarlack oder Kanten-Dichtmasse versiegelt werden, damit keine Feuchtigkeit ins Holz eindringt.
Schritt 3 – Klappe anfertigen: Die Klappe selbst wird ebenfalls aus Siebdruckplatte gefertigt und mit dem Klavierbandscharnieren befestigt. Achte darauf, dass die Klappe bündig mit der Außenhaut des Fahrzeugs abschließt. Ein leichter Überstand von 2–3 Millimetern und das umlaufende Dichtungsband sorgen für eine wasserdichte Verbindung.
Schritt 4 – Beleuchtung integrieren: Optional, aber sehr praktisch: Integriere ein LED-Streifen mit 12V-Anschluss, der automatisch aufleuchtet, wenn die Klappe geöffnet wird. Das erleichtert das Suchen bei Nacht erheblich.
Unterboden-Stauraum im Wohnmobil: Tipps für die Organisation
Ein gut gebauter Unterboden-Stauraum entfaltet seinen vollen Nutzen erst durch eine durchdachte Organisation. Nutze stapelbare Aufbewahrungsboxen aus Kunststoff, um den Stauraum in logische Bereiche einzuteilen. Werkzeug gehört in eine Box, Befestigungsmaterial in eine andere. Beschrifte jede Box deutlich, damit Du im Urlaub nicht lange suchen musst.
Für Campingzubehör wie Heringe, Spanngurte oder Kabeltrommeln bieten sich außerdem Gepäcknetze an, die an der Seitenwand des Stauraums befestigt werden können. So liegen die Dinge nicht lose herum und klappern auch während der Fahrt nicht. Wer noch mehr Ideen zur systematischen Raumaufteilung sucht, findet wertvolle Inspirationen auch in unserem Artikel Mehr Platz im mobilen Zuhause.
Fazit: Lohnt sich der Eigenbau des Unterboden-Stauraums?
Eindeutig ja. Der Wohnmobil Unterboden Stauraum selbst bauen ist ein Projekt, das mit überschaubarem Aufwand und vergleichsweise geringen Materialkosten einen enormen Mehrwert schafft. Du gewinnst wertvollen Platz, hältst den Innenraum frei und verbesserst gleichzeitig die Gewichtsverteilung Deines Fahrzeugs. Mit den richtigen Materialien, sorgfältiger Abdichtung und einer cleveren Innenorganisation wird der Unterboden-Stauraum zu einem unverzichtbaren Teil Deines Wohnmobil-Ausbaus – und Du wirst Dich fragen, wie Du jemals ohne ihn ausgekommen bist.
+ Welche Materialien brauche ich, um einen Unterboden-Stauraum im Wohnmobil selbst zu bauen?
+ Wie dichte ich den Unterboden-Stauraum richtig ab, damit kein Wasser eindringt?
Die richtige Abdichtung ist entscheidend für einen langlebigen Unterboden-Stauraum. Beginne damit, alle Roststellen mit einem Rostumwandler zu behandeln, bevor du mit dem Einbau startest.
Die wichtigsten Abdichtungsschritte:
Für zusätzlichen Schutz kannst du auch Kanten-Dichtmasse verwenden. So bleibt dein Stauraum auch bei Spritzwasser trocken.
+ Welche Art von Verschluss ist für eine Unterboden-Stauklappe am besten geeignet?
Für eine Unterboden-Stauklappe brauchst du einen Verschluss, der auch bei Fahrterschütterungen und auf holprigen Strecken absolut zuverlässig hält. Drehriegelschlösser haben sich hier besonders bewährt – sie lassen sich einfach bedienen und bieten hohe Sicherheit.
Empfehlenswerte Verschlussarten:
- Drehriegelschlösser: Ideal für den Außenbereich, rostfrei und sehr zuverlässig
- Klappverschlüsse: Günstigere Alternative, achte auf Edelstahl-Ausführungen
- Kurbelgriffverschlüsse: Professionelle Lösung wie bei Werkzeugtransportern
Wichtig ist, dass der Verschluss aus Edelstahl oder verzinktem Material besteht, da er ständig der Witterung ausgesetzt ist. Plane am besten mindestens zwei Verschlusspunkte ein, damit die Klappe gleichmäßig angepresst wird und das Dichtungsband optimal funktioniert.
+ Wie organisiere ich den Unterboden-Stauraum am besten, damit ich alles schnell finde?
Eine gute Organisation macht den Unterschied zwischen chaotischem Durcheinander und übersichtlichem Stauraum. Am besten arbeitest du mit einem strukturierten System aus stapelbaren Aufbewahrungsboxen aus Kunststoff.
So organisierst du den Stauraum optimal:
Für zusätzliche Übersicht kannst du ein Beschriftungsgerät nutzen. Optional ist eine LED-Beleuchtung extrem praktisch – so findest du auch nachts sofort, was du suchst.
+ Kann ich im Unterboden-Stauraum auch Gasflaschen oder Benzinkanister lagern?
Nein, das ist nicht zulässig und gefährlich! Gasflaschen und Benzinkanister dürfen aus Sicherheitsgründen nicht in geschlossenen Unterbodenräumen gelagert werden. Austretende Dämpfe könnten sich dort sammeln und im schlimmsten Fall entzünden.
Was du im Unterboden-Stauraum lagern kannst:
Für Gasflaschen brauchst du einen speziellen, belüfteten Gaskasten, idealerweise mit Bodenablauf nach außen. Benzinkanister gehören in dafür vorgesehene, belüftete Außenfächer.
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+ Wie viel Gewicht kann ein selbstgebauter Unterboden-Stauraum tragen?
Die Tragfähigkeit hängt stark von deiner Rahmenkonstruktion ab. Ein solide gebauter Unterboden-Stauraum mit Winkelstahl-Rahmen und 18 mm Siebdruckplatten kann problemlos 50-80 kg tragen.
Wichtig für die Stabilität:
Bedenke dabei immer dein zulässiges Gesamtgewicht! Wiege dein Fahrzeug nach dem Ausbau und prüfe, wie viel Zuladung dir noch bleibt. Eine Kofferwaage hilft dir, das Gewicht deiner Ausrüstung im Blick zu behalten. Der große Vorteil: Schwere Gegenstände im Unterboden verbessern durch den tiefen Schwerpunkt sogar das Fahrverhalten.
+ Brauche ich eine Beleuchtung im Unterboden-Stauraum und wie baue ich sie ein?
Eine Beleuchtung ist nicht zwingend notwendig, aber extrem praktisch – besonders wenn du abends auf dem Campingplatz noch etwas aus dem Stauraum holen möchtest. Ein LED-Streifen mit 12V ist die perfekte Lösung.
So baust du die Beleuchtung ein:
Die einfachste Lösung für Einsteiger: Eine magnetische LED-Klemmleuchte, die du bei Bedarf anbringst. Achte bei der Verkabelung auf ausreichenden Kabelquerschnitt und sichere alle Verbindungen mit Schrumpfschlauch gegen Feuchtigkeit ab.
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+ Welche Alternativen gibt es zu Siebdruckplatten für den Unterboden-Stauraum?
Siebdruckplatten sind die erste Wahl, aber es gibt durchaus Alternativen je nach Budget und Verfügbarkeit.
Geeignete Materialien für den Unterboden-Ausbau:
Mein Tipp: Wenn du keine Siebdruckplatte bekommst, nimm 15-18 mm Multiplex und versiegle alle Flächen und Kanten gründlich mit Bootslack. Das hält jahrelang und ist deutlich günstiger als die Profi-Materialien.
+ Muss ich den Unterboden-Stauraum beim TÜV abnehmen lassen?
Das hängt davon ab, wie umfangreich dein Umbau ist. Grundsätzlich gilt: Wenn du die Fahrzeugstruktur nicht wesentlich veränderst und keine tragenden Teile beeinträchtigst, ist meist keine TÜV-Abnahme erforderlich.
Wann du zur Prüfstelle musst:
- Bei Veränderungen an der Fahrzeugstruktur oder am Chassis
- Wenn sich die Gewichtsverteilung erheblich ändert
- Bei Schweißarbeiten an tragenden Teilen
- Wenn du die zulässige Gesamtmasse überschreitest
Was du beachten solltest:
Tipp: Kontaktiere vorab einen TÜV-Prüfer oder Sachverständigen, der sich dein Vorhaben anschaut. Das kostet oft nur eine Beratungsgebühr und gibt dir Sicherheit.
+ Wie schütze ich den Unterboden-Stauraum vor Rost und Korrosion?
Rost ist der größte Feind von Unterboden-Stauraum. Mit der richtigen Vorbereitung und regelmäßiger Pflege hältst du deinen Stauraum aber dauerhaft in Schuss.
Grundlegende Rostschutz-Maßnahmen:
Laufende Pflege:
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- Kontrolliere den Stauraum regelmäßig auf Feuchtigkeit
- Lass Kondenswasser ablaufen (kleine Drainagelöcher)
- Verwende Luftentfeuchter-Kissen im Winter
- Prüfe das Dichtungsband jährlich
Mit dieser Pflege bleibt dein Unterboden-Stauraum jahrzehntelang rostfrei und funktionsfähig.