Rostschutz in unsichtbaren Räumen
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Hohlraumversiegelung am Wohnmobil

Wer sein Wohnmobil lange erhalten möchte, kommt an einem Thema nicht vorbei: der Hohlraumversiegelung. Während der Unterboden vieler Fahrzeuge zumindest sichtbar ist und regelmäßig kontrolliert werden kann, schlummern in den Hohlräumen von Schwellern, Längs- und Querträgern, Türrahmen und Radkästen unsichtbare Risiken. Dort sammelt sich Feuchtigkeit, bildet sich Kondenswasser und beginnt langsam, aber sicher der Rost sein zerstörerisches Werk. Gerade bei Wohnmobilen, die auf Basis eines Kastenwagens oder Lkw-Fahrgestells aufgebaut sind, gibt es eine Vielzahl solcher kritischer Hohlräume – und die werden bei der Erstauslieferung oft nur unzureichend geschützt.

Warum die Hohlraumversiegelung beim Wohnmobil so wichtig ist

Ein Wohnmobil ist im Vergleich zu einem normalen Pkw deutlich mehr Witterungseinflüssen ausgesetzt. Es steht häufig im Freien, wird auf langen Touren durch Regen, Schnee und Streusalz bewegt und bleibt in der Wintersaison oft monatelang stehen. All das begünstigt die Korrosion – besonders in jenen Bereichen, die man nicht auf den ersten Blick sieht. Die Hohlraumversiegelung schützt genau dort, wo kein Pinsel und kein Sprühgerät normalerweise hinkommt.

Viele Hersteller behandeln Hohlräume im Werk zwar mit einem Schutzwachs oder einem flüssigen Korrosionsschutzfilm, doch diese Erstbehandlung ist häufig dünn aufgetragen und verliert nach einigen Jahren ihre Schutzwirkung. Spätestens nach fünf bis acht Jahren sollte man daher aktiv werden und die Versiegelung erneuern – oder bei einem gebrauchten Fahrzeug überhaupt erst fachgerecht durchführen. Besonders wenn bereits erste Roststellen oder braune Schlieren an Schweißnähten sichtbar sind, ist schnelles Handeln gefragt.

Welche Bereiche beim Wohnmobil versiegelt werden sollten

Bevor Du mit der Arbeit beginnst, lohnt es sich, das Fahrzeug gründlich zu inspizieren. Hebe das Wohnmobil mit einem Wagenheber an oder fahre es auf eine Hebebühne – so kommst Du gut an alle relevanten Stellen heran. Besonderes Augenmerk verdienen die Schweller, also die Hohlprofile unterhalb der Türen. Sie sammeln durch die Türöffnungen eindringendes Wasser und sind deshalb besonders anfällig. Gleiches gilt für die Radkästen und die daran angrenzenden Verstärkungsbleche sowie die A-, B- und C-Säulen des Fahrzeugs. Auch der Aufbau des Wohnmobils selbst bietet oft Metallprofile und -träger, die in die Versiegelung einbezogen werden sollten.

Gerade bei älteren Fahrzeugen findet man häufig werkseitig bereits verschlossene Bohrungen oder Gummistopfen an den Hohlräumen. Diese können geöffnet und nach der Behandlung wieder verschlossen werden. Wer ein neueres Fahrzeug besitzt, muss gegebenenfalls eigene Injektionslöcher bohren – das klingt zunächst drastisch, ist aber ein völlig gängiges Vorgehen und hinterlässt bei sauberer Arbeit kaum sichtbare Spuren.

Das richtige Material für die Hohlraumversiegelung

Auf dem Markt gibt es verschiedene Produkte zur Hohlraumversiegelung, die sich im Wesentlichen in drei Kategorien einteilen lassen: wachsbasierte Mittel, kriechöl-ähnliche Produkte und Kunststoff-Bitumen-Gemische. Für Hohlräume haben sich vor allem Hohlraumversiegelung Wachs-Produkte und kriechfähige Sprays bewährt, da sie gut in enge Spalten eindringen und auch nach Jahren noch eine gewisse Beweglichkeit behalten. Starre Produkte können bei Temperaturschwankungen reißen und verlieren so ihre Schutzwirkung.

Für die Anwendung benötigst Du eine Druckbecherpistole oder ein spezielles Sprühsonden-Set, das durch die Bohrungen in den Hohlraum eingeführt wird. Diese Sonden sind meist flexibel und können so gelenkt werden, dass das Material auch in weit entfernte Winkel des Hohlprofils gelangt. Bewährte Produkte wie Mike Sanders Korrosionsschutzfett oder klassische Fluid Film Hohlraumschutz-Produkte sind unter Fahrzeugpflegern gut erprobt und liefern zuverlässige Ergebnisse.

Schritt für Schritt zur professionellen Hohlraumversiegelung

Eine sorgfältige Vorbereitung ist die halbe Miete. Reinige zunächst alle Hohlraumbereiche so gut wie möglich von außen, entferne losen Schmutz und Salz und lass das Fahrzeug vollständig trocknen – im Idealfall lässt Du es dafür einige Tage in einer warmen Garage stehen. Feuchtigkeit im Hohlraum würde das Mittel am Haften hindern und im schlimmsten Fall einschließen, was die Korrosion sogar beschleunigen kann.

Dann öffnest Du die entsprechenden Bohrungen oder Gummistopfen und führst die Sprühsonde ein. Drücke dabei langsam das Material in den Hohlraum und ziehe die Sonde dabei gleichmäßig zurück – so entsteht eine gleichmäßige Schicht. Achte darauf, dass Du das Produkt rundherum verteilst, indem Du die Sonde leicht drehst. Nach der Behandlung schließt Du die Öffnungen wieder mit passenden Gummistopfen für die Karosserie oder versiegelst die Bohrungen mit einem geeigneten Stopfen.

Ein wichtiger Hinweis für alle, die das Thema Unterbodenschutz ganzheitlich angehen möchten: Die Hohlraumversiegelung ersetzt nicht den Schutz des sichtbaren Unterbodens. Beides gehört zusammen. Wenn Du noch nicht weißt, wie Du den Unterboden optimal schützt, empfehle ich Dir unseren Artikel Unterboden-Schutz selbst auftragen – dort findest Du eine praxisnahe Anleitung für den gesamten Fahrzeugboden.

Wie oft sollte die Hohlraumversiegelung erneuert werden?

Das hängt vom verwendeten Produkt und den Fahrbedingungen ab. Wachsbasierte Mittel sollten in der Regel alle zwei bis drei Jahre aufgefrischt werden, da das Wachs mit der Zeit austrocknet und spröde wird. Kriechölprodukte benötigen eine etwas häufigere Erneuerung, bieten dafür den Vorteil, dass sie auch bei bestehenden Rostansätzen noch eindringen und die Ausbreitung hemmen können. Besonders nach dem Winter – wenn Streusalz und Feuchtigkeit intensiv auf das Fahrzeug eingewirkt haben – lohnt sich eine Kontrolle und ggf. eine Auffrischung.

Wer sein Wohnmobil regelmäßig auch im Winter nutzt oder es in feuchten Regionen Europas einsetzt, sollte das Thema Hohlraumversiegelung zu einem festen Bestandteil der jährlichen Fahrzeugpflege machen. Kombiniert mit einem soliden Unterbodenschutz und einer regelmäßigen Kontrolle der Schweißnähte und Dichtungen ist man gut aufgestellt, um Rostschäden dauerhaft zu vermeiden. Mehr über den langfristigen Schutz des gesamten Fahrzeugunterbaus erfährst Du auch in unserem Artikel Langlebigen Schutz für Fahrzeugunterbau sichern.

Fazit: Hohlraumversiegelung lohnt sich immer

Die Hohlraumversiegelung am Wohnmobil ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, die Du für den Werterhalt Deines Fahrzeugs ergreifen kannst. Sie schützt unsichtbare, aber kritische Bereiche vor Feuchtigkeit und Salz, kostet im DIY-Bereich überschaubar viel und lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick problemlos selbst durchführen. Mit den richtigen Produkten, einer guten Vorbereitung und etwas Geduld sorgst Du dafür, dass Dein Wohnmobil noch viele Jahre zuverlässig und rostfrei seinen Dienst tut – egal wohin die Reise geht.

+ Wie oft muss ich die Hohlraumversiegelung an meinem Wohnmobil erneuern?
+ Welche Produkte eignen sich am besten für die Hohlraumversiegelung am Wohnmobil?
+ Was kostet eine Hohlraumversiegelung am Wohnmobil und kann ich das selbst machen?
+ Welche Bereiche am Wohnmobil müssen unbedingt hohlraumversiegelt werden?
+ Wann sollte ich mit der ersten Hohlraumversiegelung am Wohnmobil beginnen?
+ Was ist der Unterschied zwischen Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz?
+ Wie bereite ich mein Wohnmobil richtig auf die Hohlraumversiegelung vor?
+ Kann ich die Hohlraumversiegelung auch bei bereits vorhandenem Rost durchführen?
+ Welches Werkzeug brauche ich für die Hohlraumversiegelung am Wohnmobil?
+ Warum rostet mein Wohnmobil gerade in den Schwellern so schnell?

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